Die Vorgeschichte

Panzer, so wie wir diesem Begriff heute verstehen, gibt es eigentlich erst knappe 100 Jahre, wenn man aber in die Geschichte schaut kann man einige Vorstufen erkennen, die zumindest ähnliche Aufgaben hatten.

Streitwagen

Schon in der Antike um ca 3500 v.Chr. waren die Sumerer in Kleinasien die ersten die jeweils 2 ihrer Krieger mit ägyptischer Streitwagen in Abou SimbelKarren ausstatteten welche von Eseln gezogen wurden. Etwas später sind Streitwagen auch bei den alten Ägyptern belegt, auch beim Exodus aus Ägypten spielen diese eine allseits bekannte Rolle. Ebenfalls je 2 Mann standen auf einem Streitwagen, welcher von Pferden gezogen wurde. Um ca. 1000 v.Chr. verfügten die Assyrer schon über einige tausend Streitwagen, weiter nutzten auch die Perser vom ca 9. bis 7. Jh. v. Chr. Pferdegespanne deren Radnarben mit Messern versehen waren, bei den alten Griechen wurden Streitwagen nur wenig genutzt, da sie für einen zahlreichen Einsatz in der griechischen Landschaft wohl nicht geeingnet waren. Der Einsatz solcher Gefährte bei den alten Römern ist wohl spätestens seit dem Sandalen-Epos „Ben Hur“ legendär.




Kriegselefanten

Nicht wirklich Fahrzeuge, aber von der Funktion her ein früher Vorläufer moderner Panzer ist der Kriegselefant. Belegt ist deren Einsatz bei den Persern im 6. Jh. v. Chr. Auch Alexander der Große, die Römer und die Karthager setzen sie ein. Jedem ein Begriff dürfte wohl der karthager Hannibal sein, welcher vermutlich mit über 50.000 Soldaten, 9000 Reitern und 37 Kriegselefanten von Spanien kommend durch Frankreich die Alpen überschritt um nach Italien zu gelangen. Der letzte große Einsatz von Kriegselefanten in Europa ist für das Jahr 46 v.Chr. Karthagische Kriegselefanten rücken in der Schlacht von Zama (202 v. Chr.) gegen römische Infanterie vor.während des römischen Bürgerkriegs in der Schlacht bei Thapsus belegt.  In Afrika und Asien erfreuten sich die Dickhäuter naturgemäß aufgrund ihres Vorkommens etwas größerer Beliebtheit, wobei der kleinere indische Elefant besser für den Kriegseinsatz geeignet war, er ließ sich einfach besser zähmen. Für den Kriegseinsatz wurden fast ausschließlich männliche Tiere benutzt, da die Bullen schneller, größer und aggressiver sind als die Elefantenkühe. Schwierig zu handaben war die Tatsache das der Elefant nicht zwischen Freund und Feind unterscheiden konnte und zu Panikattacken neigte, wenn er beispielsweise verletzt wurde. So kam es auch dazu das panische Elefanten die eigenen Truppen angriffen oder einfach das Schlachtfeld verliessen.

Die „fahrbaren Häuser“

Während der Hussitenkriege im damaligen Königreich Böhmen (1419-1436) wurden „fahrbare Häuser“ konstruiert mit bis zu 20 Mann Besatzung. Ähnlich der mittelalterlichen Rammböcke waren diese allerdings mit Kanonen, Armbrüsten und Hellebarden ausgerüstet und konnten in einer Reihe aufgefahren durchaus eine ernste Bedrohung darstellen. Im Falle der Verteidigung wurden die „fahrbaren Häuser“ wie Wagenburgen genutzt um entsprechenden Schutz zu bieten.

Leonardo da Vincis Entwurf eines Kampfwagen von 1482Nie gebaut wurde der 1482 vom genialen Italiener Leonardo da Vinci entworfene Kampfwagen.  Der Entwurf verfügt über 8 Kanonen eine kegelförmige Aussenhaut und sollte durch sein eigenwilliges Design wohl feindliche Kugeln ablenken. Ebenso nie zum Einsatz kam der Entwurf des spanischen Oberst Juan Jiménez Isla. Er stellte sich überpanzerte hölzerne Wagen vor, welche von einem Dutzend Gewehrschützen besetzt werden sollten. Die Pferde die zum Antrieb benötigt wurden, wollte er im Innenraum unterbringen.




Panzerzüge

Schon in der zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, nach der Erfindung der Damflokomotive und dem Aufkommen der Eisenbahn, wurden Panzerzüge entwickelt. Gute gepanzertze Stahlkolosse mit großkalibrigen Geschützen, die den Soldaten sehr guten Schutz boten und sehr schnelle Truppenbewegungen möglich machten.  Zudem entwickelten solche Giganten enorme Feuerkraft, welche vor allem bei der Verteidigung ihren Nutzen zeigte. Das Foto zeigt einen Panzerzug des Typs BP 42,der erste (PZ 61) wurde im Dezember 1942 ausgeliefert.Die großen Nachteile liegen auf der Hand, ein Panzerzug ist auf ein intaktes Schienennetz angewiesen und konnte natürlich nur entlang der Eisenbahnschinen engesetzt werden. Ein weiterer Nachteil war das immense Gewicht der Ungetüme. Beschädigungen an den Gleisen und Brücken konnte nicht ausgeschlossen werden. Natürlich musste auch das Gleis-System zum Panzerzug passen, d.h. die Spurbreite musste übereinstimmen. Ende des 19. Jahrhunderts entwickleten die Briten eine Art „Straßen-Dampf-Lokomotive“, welche unter anderem im südafrikanischen Burenkrieg 1902 benutzt wurden.

Panzerfahrzeuge

1903 entwickelte Paul Daimler bei der österreichischen Daimler-Gesellschaft in Wien einen Panzerwagen, der auf dem Kaisermanöver 1906 eingesetzt und getestet wurde. Er bewärte sich, wurde jedoch vom konservativen österreichischem Kaiser Franz-Joseph I. und den Generälen der K. u. k. Monarchie abgelehnt und nicht weiter entwickelt. 1911 entwarf der österreichische Oberleutnant Günther Burstyn ein Motorgeschütz mit Eigenschaften eines modernen Kampfpanzers. Austro-Daimler Panzerwagen von 1906Laut Plan sollte das Fahrzeug gepanzert sein, einen Kettenantrieb haben und einen drehbaren Geschützturm tragen. Österreich-Ungarn lehnte die Pläne als „wertloses Phantasieprodukt“ ab, das Deutsche Reich reagierte ähnlich. Der erste Kettenantieb kam bei Traktoren der Firma Holt-Caterpillar zum Einsatz, dies war bereits 1880 der Fall, militärisch wurde der große Vorteil von Ketten im offenen Gelände offensichtlich noch nicht erkannt. Auf französischer Seite tüftelte der Erfinder und Ingenieur Lanzelot de Mole an einem kettengetriebenen Panzerfahrzeug und legte 1912 seine Pläne vor, die zu diesem Zeitpunkt aber völlig ignoriert wurden. So kam es dazu, das trotz etablierter Automobilindustrie wie Daimler-Benz, Rolls-Royce und anderen in ganz Europa, weder in Deutschland noch in Österreich oder Frankreich Fahrzeuge vorhanden waren die über einen Prototyp hinauskamen.  Nur England und Belgien verfügten bei Kriegsbeginn über Fahrzeuge zur Nahaufklärung.Der österreichisch-ungarische "Romfell" von 1915 Die beteiligten Armeen fingen bald an normale PKW zu überpanzern und sie mit MG’s oder Geschützen auszurüsten. Noch 1914 wurde ein Panzerwagen-Entwurf von Österreich-Ungarn abgelehnt, man sagt der galizische Boden sei ungeeignet für solche Fahrzeuge. 1915 modifizierten Hauptmann Romanic und Oberleutnant Fellner einen Mercedes-PKW zu einem so genannten „Romfell“, der Name ergab sich aus den ersten drei Buchstaben der Konstruktursnamen. Mit Panzerung, Allradantrieb und Geschützturm wurde dieses Fahrzeug aber auch nur einmal gebaut, einen Nachweis für ein zweites Exemplar 1917/1918 ist nicht auszumachen. 1915/1916 wurden vermutlich 5 Exemplare nach den Plänen von Hauptmann Junovicz erbaut, hier wurde ein LKW-Fahrgestell gepanzert und mit Maschinengewehren bestückt. Richtige Panzer waren diese Fahrzeuge alle sicherlich nicht.