Sturmpanzerwagen – A7V

Sturmpanzerwagen A7V – die deutschen Anfänge

Nach dem, für die deutsche Heeresleitung und auch für die deutschen Soldaten im Felde, traumatisierendem ersten Panzereinsatz der Briten, am 19. September 1916, fing man auf deutscher Seite hastig mit der Planung und Entwicklung eines eigenen Kampfwagens an. Bereits 6 Wochen später waren die Pläne für den fertig und im Januar 1917 wurde der Prototyp des Ingenieurs Joseph Vollmer in Berlin vorgeführt.

Die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) in Berlin-Marienfelde nannte den Kampfwagen, in Anlehnung an das zuständige Amt der Abteilung 7 Verkehrswesen, Sturmpanzerwagen A7V, kurz A7V genannt. Gesehen und für gut befunden bestellte das Kriegsministerium 100 Kampfwagen. Hier sollten nur 10 gepanzerte Fahrzeuge und 90 ungepanzerte Deutscher Sturmpanzer A7Vso genannte „Überlandwagen“ für die Nachschubsicherung entstehen. Direkt im Anschluss an erste Test der Fahrgestelle, welchen mit provisorischen Holzaufbauten versehen waren, entschied man sich für die Bestellung von weiter 10 gepanzerten A7V. Mit diesen nur 20 Kampfwagen sollten 2 Panzerkampfwagen-Abteilungen zu je 5 Panzern entstehen, wobei man jeweils 10 Fahrzeuge als Reserve vorhalten wollte. Bei den Loeb-Werken und bei der DMG in Berlin, sowie bei Heinrich Büssing in Braunschweig und bei Lanz in Manneim wurden zwischen Juni und September 1917 die Produktionen angefahren, der ersten fertiggestellte StPzKrW A7V wurde Ende Oktober 1917 von DMG ausgeliefert. Die eigentlich guten Fahreigenschaften des Fahrzeuges kamen leider im Feld, auf morastigem und von Granattrichtern übersätem Boden, nicht zur Geltung. Der Motor hielt den Anforderungen oft nicht stand, sodass er überhitzte, der Anlasser streikte oder die Ketten von der Führung sprangen. Zu immer wieder auftauchenden Getriebebrüchen kamen außerdem mit Schlamm verstopfte Fahrwerke und Schäden die der auf den Schlachtfeldern in Flandern benutzte Stacheldraht in den Laufwerken verursachte. Da der A7V einen recht hoch liegenden Schwerpunkt hatte, ließen sich nur Gräben bis maximal 2m überschreiten. Trotz alle dieser Einschränkungen und Nachteile war der A7V beliebt in der Truppe und bewährte sich in den meisten Kampfeinsätzen.

Nach den Eindrücken der Schlacht von Cambrai forcierte man die Fertigstellung des A7V und man stellte „Beute-Tank-Abteilungen“ auf, welche mit britischen Beutepanzern (Mark I – Mark IV) ausgestattet wurden. Um diese Fahrzeuge warten zu können schuf man zusätzlich den Bayerischen Armee Kraftwagenpark 20 (BAKP 20) welcher in Charleroi eine Panzerwerkstatt einrichtete. Ab Januar 1918 wurden dann die ersten Soldaten an  5 A7V ausgebildet und nachdem diese bereits Ihren ersten Fronteinsatz bei der deutsche Frühjahrsoffensive bei St. Quentin absolviert hatten, war einen Tag später am 22. März 1918 auch die Ausbildung der 2. Abteilung beendet.

Westfront, Tarnung eines deutschen Panzers

Da die deutsche Führung die zur Verfügung stehenden knappen Rohstoffe vor allem für U-Boote und Flugzeuge eingeplant hatte, wurden bis Kriegsende nur 20 A7V gebaut. Die Ende März aufgestellte 3. Abteilung ergänzte die deutsche Panzertruppe am 24. April 1918 bei Villers-Bretonneux an der Somme, die restlichen 4 Fahrzeuge wurden als Reserve zurückgehalten. Hier sollten das erste Mal in der Geschichte deutsche und britische Panzer aufeinander treffen. Hier beteiligt war auch der einzig noch existierende A7V mit dem Namen „Mephisto“. Nachdem er liegengeblieben war und in einen Granattrichter kippte, wurde Mephisto 3 Monate später von australischen Einheiten geborgen und nach Australien gebracht. Er ist bis heute im Queensland Museum Brisbane ausgestellt. Insgesamt waren die deutschen Panzer nur 50 Tage im Einsatz. 20 Panzern aus deutscher Produktion standen insgesamt ca. 6.000 Panzer auf Alliierter Seite gegenüber. Am 21. Oktober 1918, drei Wochen vor Kriegsende am 11. November, wurden alle 3 Panzerabteilungen sowie die Beute-Tank-Abteilungen nach Erbenheim verlegt. Am 17. November 1918 wurden die Abteilungen aufgelöst.


Verbleib von A7V

Einige der A7V wurden von der französischen Armee erbeutet. Der weitere Verbleib der Fahrzeuge ist nicht gesichert.  Laut einiger Quellen wurden die A7V nach Polen weitergegeben und im Polnisch-Russischem-Krieg zwischen 1919 und 1921 eingesetzt.  Zum Waffenstillstand am 18. Oktober 1920 soll die polnische Armee noch über 5 einsatzbereite A7V verfügt haben, welche teilweise bis ins Jahr 1926 im Dienst blieben. Die Fahrzeuge wurden nach Außerdienststellung allesamt verschrottet.

Die in deutscher Hand verbliebenen A7V wurden schon im Dezember 1918 wieder eingesetzt. Dieses Mal um politische Unruhen in der Hauptstadt zu unterdrücken. Allerding scheint der verwendete Panzer keiner der im Krieg eingesetzt gewesen zu sein. Westfront, deutscher Panzer in RoyeDer Kampfwagen mit dem Namen „Hedi“ hatte Türen auf beiden Seiten, einen veränderten Turm und MG-Lafetten an den Ecken und am Heck. Er trug die Aufschrift „Panzer-Kampfwagen-Abteilung Regierungs-Treue-Truppen“, die Zahl 54 prangte auf dem Fahrzeug ebenso wie ein aufgemalter Totenkopf. Vermutlich wurde einer der verbliebenen Prototypen oder Fahrschulpanzer verwendet, indem man diesen mit einer Panzerung versah. Verwendung fand der Panzer ach bei der Niederschlagung des so genannten Spartakus-Aufstandes 1919 sowie unter anderem bei der Gründungsversammlung der neuen deutschen Republik in Weimar am 06. Februar 1919.

Nach dem Versailler Vertrag vom 28. Juni 1919 durfte das Deutsche Reich laut Artikel 171 unter anderem keine Panzer mehr besitzen und so wurde der letzte A7V an die Alliierten übergeben. Was mit diesem Exemplar geschah ist nicht geklärt.

Am 13. Juli 1921 stiftete der damalige Reichswehrminister Otto Geßler das „Kampfwagen-Erinnerungsabzeichen“. E zeigte einen A7V, welcher mit Eichenlaub (links) und Lorbeerblättern (rechts) umschlossen ist. Überragt wird es durch einen Totenkopf mit gekreuzten Knochen. Verliehen wurde es an 99 ehemalige Kampfwagenfahrer, welche mindestens an 3 Einsätzen beteiligt oder bei einem Einsatz verwundet worden waren. Der wohl promineste Träger des Abzeichens war Sepp Dietrich, der spätere Generaloberst der Waffen-SS. Ein Modell des A7V in Originalgröße wurde im Berliner Zeughaus ausgestellt, wurde jedoch im 2. Weltkrieg zerstört.

AM 24. April 1918 brach der Panzer „Elfriede“ (542) beim Überfahren eine britischen Gefechtsstandes bei Villeurs-Bretonneux in diesen ein und kippte auf die Seite. Die Besatzung floh und so blieb der A7V im Niemandsland A7V Tank Villers-Bretonneux 1918zwischen den feindlichen Linien liegen. Ein zur Sprengung von Elfriede ausgesandter deutscher Stoßtrupp hatte kein Erfolg und so geriet der Panzer in französische Hände. Nachdem eine marokkanische Division mehrfach gescheitert war, gelang es im Oktober 1918 mit Hilfe von zwei britischen Mark V Elfriede nahezu unversehrt zu bergen und abzuschleppen. Nachdem der Panzer wieder fahrtüchtig gemacht wurde, unterzog man ihn verschiedener Fahr- und Beschusstests. Die Berichte zu diesen Tests und sogar ein 16 mm Film sollen immer noch existieren. Nach dem Krieg wurde auf dem Place de la Concorde in Paris allerlei Kriegsbeute ausgestellt, so auch der A7V mit dem Namen Elfriede. Vermutlich wurde das Fahrzeug spätestens 1920 verschrottet.

Die sechs weitere A7V welche von der deutschen Armee im Einsatz aufgegeben wurden, ereilte ein ähnliches Schicksal. „Alter Fritz“ (560) wurde von den deutschen Truppen im Felde gesprengt, wobei „Herkules“ (562) wahrscheinlich nach England geschafft wurde. 502/503, 526, „Nixe“ (561) und als letztes „Lotti“ (527) wurden wohl von den Franzosen ausgeschlachtet und anschließend verschrottet. Lotti als letztes 1922.

Eine Besonderheit stellt der bereits erwähnte A7V „Mephisto“ (506) dar.  Er ist als einziger A7V erhalten geblieben und steht noch heute im Queensland Museum in Brisbane, Australien. In der Schlacht an der Somme verstopften zuerst seine Kraftstoffleitungen Tank Mephisto Queensland Museumund Vergaser, nachdem er wieder flott gemacht wurde, kippte er in einen Granattrichter. Obwohl Mephisto im Juni 1918 sogar hinter den deutschen Linien lag, konnten wie oben beschrieben, erst drei Monate später, am 22. Juli 1918, australische Einheiten den Panzer bergen und nach Amiens transportieren. Nach verschiedenen Tests und Untersuchungen, befand sich Mephisto von Oktober bis Dezember 1918 auf dem Gelände der Tank Corps Gunnery School in Merlimont. Nachdem er dann am 25.Januar 1919 zuerst nach London gebracht wurde, verschiffte man ihn dann am 2. April 1919 nach Sydney. Der ursprüngliche Plan Mephisto im Australian War Memorial Museum auszustellen wurde nicht umgesetzt. Da der Kampfwagen von Soldaten aus Queensland geborgen wurde, stimmte man zu das Fahrzeug im Queensland Museum auszustellen. Vom 22. August 1919 bis Juni 1979 stand er A7V hier im Freien vor dem Museum. Nachdem man dann erkannte, dass Mephisto langsam zerstört würde wenn man ich weiter der Witterung aussetzt, wurde er nach eine Sandstrahlung und Renovierung neu lackiert und steht seitdem im Inneren des Museums.

Die A7V „Schnuck“ (504) und „Hagen“ (528) führten am 31. August 1918 einen Angriff bei Frémicourt durch, wobei die die nachrückende Infanterie nicht Schritt halten konnte. Bei dem darauf folgenden Gegenangriff britischer Tanks gerieten die A7V unter deutschen Beschuss. Während Hagen nur einen leichten Treffer erhielt, sich aber im Anschluss festfuhr, erlitt Schnuck einen schweren Treffer. Beide Panzer mussten aufgegeben werden. Die New Zealand Expeditionary Force barg die beiden KolosseWestfront, deutscher Panzer A7V und übergab diese der britischen Armee. Nach einigen Untersuchungen im Royal Tank Corps schaffte man die A7V Ende November 1919 nach London. Beide wurde sodann auf dem großen Paradeplatz „Horse Guards Parade“ der Öffentlichkeit gezeigt, Hagen war vorher noch eine Zeit lang im Regent’s Park zu sehen. Enden 1919 wurde Schnuck in das Imperial War Museum gebracht. Als diese jedoch 1922 umzog wurde der Panzer auf platzgründen verschrottet. Ein Teil der Lafette und die Kanone befinden sich heute noch in der Außenstelle des Museums in Manchester. Nachdem Hagen fast komplett ausgeschlachtet wurde, setzen man die Pläne ihn nach Neuseeland zu bringen nicht mehr in die Tat um und verschrottete ihn ebenfalls. Der A7V „Herkules“(562) wurde von den Briten bei Kriegsende erbeutet, nachdem man ihn als manövrierunfähig aufgegeben hatte. Was mit ihm geschah ist nicht nachweisbar. Vermutlich wurde auch er nach England geschafft und dort verschrottet.

Der A7V „Nixe II“ (529) wurde nach einen französischen Artillerietreffer am 31. Mai 1918 bei Reims aufgegeben. Nachdem man ihn an die amerikanischen Streitkräfte verschenkte, wurde Nixe II für weitere Untersuchungen in die USA gebracht. Nach den Untersuchungen durch Armee übergab man Nixe II an das U.S. Ordnance Museum in Aberdeen / Maryland, wo man Teile der Panzerung für Beschussversuche benutzte. Das Museum stellte viele Ausstellungsstücke im Freien aus und so rostete Nixe II bis in die vierziger Jahre vor sich hin. 1942 entschloss man sich den Rest des A7V an einen örtlichen Schrotthändler zu verkaufen.


Einsatz und Verbleib

Chassisnummer Name Abteilung Verbleib
k.A. k.A. Prototyp Fahrschule
k.A. k.A. Prototyp Fahrschule (GrKrftBtl. 1)
k.A. k.A. Funkpanzer Fahrschule (GrKrftBtl. 1)
501 Gretchen Abt. 1, Abt. 2, Abt 3 Einzger A7V in weiblicher Ausführung (keine Kanone, 8 MGs). Erst im Sommer 1918 mit Sockelgeschütz nachgerüstet Kriegsende bei der Truppe.
502/503 Faust, Kronprinz Wilhelm, König Wilhelm, Wilhlem Abt. 1, Abt. 3 Nach einem Defekt des Chassis 502 im März 1918 wurde desssen Aufbau auf auf Chassis 503 gesetzt (503 hatte im Oktober 1918 einen Zylinderkopfriss). Aufgegeben im Oktober 1918 und Beute der Briten, wurde dann vor Ort verschrottet.
504/544 Schnuck Abt. 2 Nach einem Defekt des Chassis 544 wurde dessen Aufbau auf Chassis 504 gesetzt. Aufgegeben bei Frémicourt (nach zwei frontalen deutschen Artillerietreffern) am 31. August 1918, danach britische Beute, 1919 verschrottet. Seine Hauptwaffe, die belgische Schnellfeuerkanone, blieb erhalten und ist heute im Imperial War Museum North in Manchester (Großbritannien) ausgestellt.
505 Baden I., (Prinz) August Wilhelm Abt. 1, Abt. 3 Kriegsende bei der Truppe.
506 Mephisto Abt. 1, Abt. 3 Aufgegeben bei Villers-Bretonneux am 24. April 1918, danach australische Beute, heute im Queensland Museum in Brisbane.
507 Cyklop, (Prinz) Eitel Friedrich Abt. 1, Abt. 3 Kriegsende bei der Truppe.
525 Siegfried Abt. 2 Kriegsende bei der Truppe.
526 k.A. Abt. 1 Ausgeschlachtet.
527 Lotti Abt. 1 Fuhr sich am 1. Juni 1918 bei Reims fest, erhielt später noch einen Artillerietreffer in den Turm. 1922 verschrottet.
528 Hagen Abt. 2 Fuhr sich bei Fremicourt am 31. August 1918 fest und wurde aufgegeben, dann britische Beute, 1919 verschrottet.
529 Nixe II Abt. 2 Verlust bei Reims am 31. Mai 1918, dann amerikanische Beute, 1942 im Aberdeen Proving Grounds Museum (Maryland) verschrottet.
540 Heiland Abt. 3, Abt. 1 Kriegsende bei der Truppe.
541 k.A. Abt. 1 Kriegsende bei der Truppe.
542 Elfriede Abt. 2 Verlust bei Villers-Bretonneux am 24. April 1918, im Oktober 1918 französische Beute, ausgestellt in Paris, 1919 verschrottet.
543 Hagen, Adalbert, König Wilhelm Abt. 2, Abt. 3 Name wahrscheinlich bis April 1918 „Bulle“.[17] Kriegsende bei der Truppe.
560 Alter Fritz Abt. 1 Erhielt Granattreffer, musste aufgegeben werden und wurde am 11. Oktober 1918 bei Iwuy gesprengt.
561 Nixe Abt. 2 Nach dem ersten Panzergefecht der Geschichte aufgegeben aufgrund von Schäden und fehlenden Ersatzteilen am 24. April 1918.
562 Herkules Abt. 1, Abt. 2 Ausgeschlachtet, später britische Beute.
563 Wotan Abt. 2 Kriegsende bei der Truppe.
564 Prinz Oskar Abt. 3 Kriegsende bei der Truppe.
k.A. k.A. k.A. bei Lubartów im Polen wurden im Fluss Wieprz Reste eines Panzers gefunden. Vermutlich handelt es sich um einen nach dem Krieg verkauften A7V


Lackierung und Kennzeichnungen

Die Lackierung und auch die Kennzeichnungen an den Fahrzeugen fielen sehr uneinheitlich aus. Obwohl es entsprechende Richtlinien gab, wurden diese nicht oder nur teilweise eingehalten.

Bei Auslieferung zwischen Januar und März 1918, trugen die A7V vermutlich noch keinerlei Kennzeichnungen und waren lediglich mit der grauen Grundlackierung versehen. Erst bei der Truppe versah man den Bug und das Heck mit einem weiß umrandeten Eisernen Kreuz. Später erhielten wohl zumindest einige Fahrzeuge diese Markierung auch an den Seiten. Vielen der A7V wurde der Name vorne links auf den Bug geschrieben, sowie bei manchen auch an das Heck. Die Chassis-Nummer wurde üblicherweise innen an die Türen des A7V angebracht.

Die Richtlinien wurden noch im März 1918 überarbeitet, sodass nun jedes Fahrzeug einen mehrfach umrandeten Kreis auf den Seiten tragen sollte. Inmitten des Kreises prangte die Nummer des Panzers in seiner jeweiligen Abteilung. Rechts und links von diesem Kreis sollte jeweils ein Eisernes Kreuz angebracht werden.

Als nun am 21. März 1918 der erste Einsatz der A7V stattfand und bei St. Quentin die Sturmpanzer-Kraftwagen-Abteilung 1 (StPzKrW-Abt. 1) erfolgreich absolviert wurde, Buntfarbenmuster 1918erhielten die Fahrzeuge dieses Einsatzes ein weißen Totenkopf mit gekreuzten Knochen am Bug. Einige Mannschaften flankierten den Totenkopf mit zwei eisernen Kreuzen. Teilweise wurde die runde Markierung an den Seiten durch ein weiß umrandete, rote römische Zahl ersetzt. Unter anderem trug „Lotti“ noch im Juni 1918 die runde Markierung und ein eisernes Kreuz auf dem Gitter der Motorlüftung. Solche Markierungen dienten meist der besseren Erkennung durch die eigenen Flieger-Mannschaften.

Ab Sommer 1918 wurden dann die Eisernen Kreuze durch Balkenkreuze ersetzt. Einheitlich waren die Kreuze jedoch nicht wirklich. Die Truppe schmückte außerdem die Panzer teilweise mit individuellen Bemalungen. An Mephistos Bug prangte beispielsweise ein rotes Teufelchen, welches einen britischen Mark I unter dem Arm trug.

Nach den Erfahrungen der ersten Einsätze versahen die Soldaten ihre Fahrzeuge mit Tarnanstrichen. Nixe (529), als Beute verloren im Mai 1918 und Hagen (528), der am 31. August 1918 verloren gegangenen war, trugen matte unregelmäßige Tarnflecken in ockergelb, grün und rostbraun. Die Flecken wurden durch eine schwarze Linie getrennt. Der Wagen „Schnuck“ (504/544), welcher ebenfalls am 31. August verloren ging, trug hingegen keinerlei Tarnanstrich. Die Bemalungen waren also nicht einheitlich. Auch die Farbtöne der Anstriche waren vermutlich nicht immer gleich, da das RAL-Farbsystem erst im Jahr 1925 eingeführt wurde. Es handelte sich im Übrigen tatsächlich um Anstriche – Sprühfarben kamen für Fahrzeuge erst in den 1930er Jahren in Gebrauch.

Der A7V mit dem Namen „Gretchen“ (501), der einzige in „weiblicher“ Ausführung gebaute Panzer, wurde mit einem Tarnanstrich versehen, welche nicht über scharfkantige gerade Linien verfügte, sondern deren Linien wellenförmig angebracht waren. 1922 übernahm die Reichswehr ein ähnliches Muster. Natürlich versuchte man auch mit Buschwerk und Ästen die Fahrzeuge zu tarnen und zudem kam es immer wieder zu Abwandlungen in den Bemalungen. Oft wurde zumindest ein Balkenkreuz durch einen Totenkopf ersetzt.

Bewaffnung

Bis auf „Gretchen“ wurden alle A7V mit der gleichen Bewaffnung ausgestattet. Gretchen verfügte Anfangs über keine Kanone, sondern wurde mit 8 anstatt 6 MG versehen. Nach einiger Zeit rüstete man die Kanone jedoch nach. Der ursprüngliche Plan Gretchen mit 2 Flammenwerfern und nur 4 MG zu bewaffnen, wurde nicht umgesetzt.

Die Hauptbewaffnung war eine belgische Cockerill-Nordenfelt Kasematt-Schnellfeuerkanone 5,7 cm. Da man viele dieser Kanonen bei Einmarsch in Belgien erbeutet hatte, standen genügend Exemplare zur Verfügung. Da man mit ihr bereits einige Erfahrung bei der Bekämpfung von Panzern gemacht hatte und der Rohrücklauf mit 15 cm relativ kurz war, fiel die Wahl auf dieses Modell.

Außer der Kanone verfügte jeder A7V über 6 Maschinengewehre MG 08 auf Lafette. Starr mit der Lafette und so mit dem MG 08A7V Wotan, verbunden waren der Sitz des Schützen sowie die Walzenblende. Man verhinderte so, dass man von außen in das Wageninnere sehen oder schießen konnte. Zum Nachteil wurde so der durch den festen Einbau entstehende tote Winkel, der mit dem MG nicht bekämpft werden konnte. Vor allem im Bereich der Kanone und um die vorderen MG wurde es unmöglich den A7V effektiv zu bekämpfen. Bei einem Abstand zum Feind von unter 4,5 m war eine Bekämpfung dessen aus dem Wagen heraus unmöglich.

Die Besatzung verfügte zusätzlich noch über ein leichtes MG 08/15 mit 300 Schuss Munition, sechs Karabiner 98, einige Handgranaten und je eine Pistole 08 pro Besatzungsmitglied. Die Besatzung konnte somit auch bei Aufgabe des Wagens zumindest ihren Rückzug sichern.

Bauweise

Die Bauweise des A7V war recht simpel. Das ungepanzerte Fahrwerk wurde mit einem gepanzerten Gehäuse versehen, welches mit dem Fahrwerk an 16 Stellen verschraubt war. Der Aufbau wurde in Skelettbauweise aus Stahlplatten zusammengeschraubt, manchmal auch genietet. Da die Panzerplatten leicht schräg angebracht waren, versprachen sie besseren Schutz vor feindlichenWestfront, deutscher Sturmpanzer Beschuss als gerade angebrachte Panzerungen. Die größte Stärke hatte die Panzerung am Bug des Panzers, hier betrug die dicke des Panzerstahls 30 mm. Der Rest bestand nur aus 15 mm Panzerstahl und das Dach gar nur aus 5 mm starken Platten. Auf ähnliche Weise wurde auch der Turm gebaut, nur hier bestand die Frontpartie aus lediglich 20 mm dicken Stahlplatten. Wie man auf den Bildern sehen kann, ist das Fahrwerk des A7V durch die weit herunterreichenden Schürzen seitlich recht gut geschützt. Um die Panzerung im unteren Bereich an der Front und an Heck zu verstärken, hängte man hier nachträglich pendelnde 20 mm Stahlplatten auf. Die Unterseite des A7V war, bis auf eine 10 mm Platte unterhalb des Treibstofftanks, ungepanzert. Vermutlich wurde unter dem Motor bewusst auf eine Panzerung verzichtet, um die aufgeheizte Luft der Kühler abziehen  zu lassen. Da es bei Krupp zu dieser Zeit einige Schwierigkeiten bei der Herstellung der großen Stahlplatten gab, wurde es hier notwendig die einzelnen Platten miteinander zu vernieten. Diese Schwierigkeiten traten bei den anderen Fabrikanten, wie Röchling und der Dillinger Hütte, nicht auf.


Nachbauten

Im Jahr 1987 entstand aufgrund einer Initiative aus dem Heeresamt der Bundeswehr ein sehr originalgetreuer Nachbau des A7V. Der Wagen wurde „Wotan“ getauft und steht seither im Deutschen Panzermuseum Munster. Rund 20 deutsche Unternehmen arbeiteten hier mit der Universität Hamburg und dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung zusammen. Ein weiterer Nachbau des Wagen „Schnuck“ befindet sich im Panzermuseum Bovington. Der Anstrich des Wagens ist jedoch umstritten und als Basis verwendete man einen Fordson-Landwirtschaftstraktor.

Besatzung, Ausrüstung und Dienst im A7V

Ein kommandierender Leutnant, fünf Unteroffiziere und 10 Mannschaften bildeten 16-köpfige die Stammbesatzung des Panzers. In der Praxis befanden sich jedoch bis  zu 26 Soldaten im Kampfeinsatz mit dem A7V. Der KommandantA7V Wotan bekam einen damals noch üblichen Offiziersburschen zur Seite gestellt. Außerdem befanden sich auf dem Wagen meinst 2 Mechaniker, von denen mindestens einer die Ausbildung zum Fahrer bekommen hatte. Weiter gab es noch einen Geschützführer, einen Richtkanonier, einen Ladeschützen, zwölf MG-Schützen, zwei Melder, einen Blinker und einen Brieftaubenwart. Die MG waren demnach in der Regel doppelt besetzt. Nach dieser Aufstellung war ein Drittel der Mannschaft mit Munition und Kommunikation beschäftigt.

Eine eigene Truppengattung für Panzer gab es während des 1. Weltkrieges noch nicht, so musste man die Besatzung aus den bestehenden Gattungen, z.B. Der Kraftfahrtruppen oder der Artillerie, abziehen. Da es noch keine Truppengattung gab, verfügte man auch noch nicht über eine einheitliche Uniformierung, sodass alle Besatzungsmitglieder des A7V die Uniform ihrer eigentlichen Waffengattung trugen.

Zur Bekleidung gehörten in der Regel eine Feldbluse M 1915, der Stahlhelm M 1916, eine Feldmütze, eine Hose und Stiefel oder Schuhe. Die Offiziere trugen meist den Waffenrock 1910. Da man an der Front auch mit Gasangriffen rechneteA7V Wotan, wurde die Besatzung zusätzlich mit der Gasmaske M 1915 ausgestattet. Weitere Ausrüstung, wie Koppel mit Bajonett, die Feldflasche und anderes, wurde im Inneren der Fahrzeuge aufgrund der beengten Räumlichkeiten meist nicht angelegt bzw. getragen. Manche Offiziere trugen einen Leinen-Overall, welcher vermutlich mit Asbest beschichten wurde und eine Fliegerkappe. Hier wurde lediglich der Ohrenschutz entfernt und die Kappe diente zum Schutz gegen scharfkantige Stahlplatten und Bauteile im Inneren des Fahrzeuges. Auch erbeute, so genannte Tankmasken wurden von der Besatzung getragen. Mannschaften verzichteten jedoch meist auf diesen Schutz, da sich das Tragen als sehr hinderlich und unpraktisch für sie erwies.

Ein 1918 speziell für die Panzerbeatzungen in Entwicklung befindlicher Stahlhelm, erreichte die Truppe bis Kriegsende nicht mehr. So sollte hier der vorgezogene Schirm zu Gunsten besserer Sicht weggelassen werden.

Äußerlich recht groß, wirkte der A7V im Inneren sehr beengt. Neben den zwei tosenden Motoren konnte man sich nur in gebückter Haltung vorbei bewegen. Es waren hier nur 1,60 m Deckenhöhe vorhanden. Durch die Enge war auch ein Tragen des Stahlhelmes zwingend notwendig, um Verletzungen vorzubeugen. Der Kommandant und der Fahrer verfügten als Einzige über ausreichend Platz und einen gepolsterten Sitz. Während der Kanonier zumindest über einen mitschwenkenden Sitzplatz verfügte, blieben den MG-Schützen nur die Munitionskisten als Provisorium. Die Monteure, der Melder und der Brieftaubenwart mussten schlicht stehen. An den Decken der zwei Kampfräume waren je sechs Halteseile angebracht. Der Boden war mit Riffelblech ausgelegt, wobei der Notausstieg im Heck und der Bereich über den Motoren ausgespart wurden.

Die Besatzung hatte zusätzlich zu den Herausforderungen des Kampfeinsatzes auch noch mit der Enge, dem ohrenbetäubendem Lärm, dem Gestank im Inneren und der Hitze zu kämpfen. Auch ohne Kampfbelastung waren die Umstände wohl nur schwer zu ertragen. Hinzu kam, dass im unwegsamen Gelände die Mannschaft ordentlich durchgeschüttelt wurde. Die Panzer der Alliierten unterschieden sich allerdings nicht wesentlich von denen der deutschen Seite. Eine Innenbeleuchtung war nicht vorhanden und so war man auf das durch die Sehschlitze, die Schießscharten und die Luke  einfallende Tageslicht angewiesen. Die wassergekühlten Motoren heizten den Kampfraum des A7V auf ca. 60° C auf. Eine Frischluftzufuhr war nur durch die Lüftungsgitter im Dach möglich. Leider waren die Besatzungsmitglieder aufgrund dieser Gitter feindlichen Gasangriffen und künstlichem Nebel vollständig schutzlos ausgeliefert.


technische Daten von A7V

Allgemeine Eigenschaften
Hersteller Daimler-Motoren-Gesellschaft, Büssing
Besatzung 16 – 26 Mann
Motor Zwei Daimler 165 204 4-Zylinder-Reihenmotoren (wassergekühlt)
Leistung je 74kW (100 PS) bei 800 bis 900/min
Hubraum je 17.000 cm³
Vergaser Pallas-Vergaser, Drehzahlbegrenzer
Zündung Hochspannungs-Magnetzündung
Treibstoff Benzin-Benzol-Gemisch
Verbrauch ca. 7,5l/km (Straße) bzw. 16l/km (Gelände)
Treibstoffvorrat 2 x 250l
Reichweite 60-70 km (Straße) bzw. 30-35 km (Gelände)
Höchstgeschwindigkeit 16 km/h Straße bzw. 4-8 km/h (Gelände)
Lenkung durch Änderung der Motorendrehzahl, zusätzlich Auskuppeln und Bremsen der einzelnen Ketten
Getriebe mechanisches Dreiganggetriebe
Kupplung lederbelegte, entlastete Doppelkonuskupplung
Laufwerk Vollkettenlaufwerk nach den Caterpillar-Holt-System
Länge / Breite / Höhe 7,35 m / 3,06 m / 3,35 m
Spurweite 2,115 m
Überschreitfähigkeit 2 m
Watfähigkeit 80 cm
Kletterfähigkeit 40 cm
Steigfähigkeit 25°
Bodenfreiheit 20 cm
Gesamtgewicht 30 t
Panzerung
Front 30 mm
Seiten 15 mm
Decke 6 mm
Boden Front 10 mm
andere Bereiche ungepanzert
Bewaffnung und Sonstiges
primäre Bewaffnung 1 belgische Cockerill-Nordenfelt-Kasematt-Schnellfeuerkanone L/26,3
sekundäre Bewaffnung 6 x MG 08 und 1 x IMG 08/15
Munition 180 bzw. später 300 Granaten 5,7 cm sowie 18.000 Schuss MG-Munition
Herstellungskosten 250.000 Goldmark
(entspricht heute ca. 406.000 Euro)
Sonstiges Brieftauben zur Nachrichtenübermittlung und ein Lichtsignalapparat zur Übermittlung von Feuerbefehlen